Mathis Orgelbau - Referenzorgeln
leer

Home
Portraet
Referenzorgeln
Werkverzeichnis
News
Jahresberichte
Restaurierungen
Publikationen
Tontraeger
Shop
Infos
E-Mail
Vatikan (VA)l, Sixtinische Kapelle

 

Eine Schweizer Orgel für die Sixtina

Bildergalerie «Die Orgel im Bau»

Technische Daten und Disposition

 

Für Grossansicht bitte auf Fotos klicken.

Die Sixtinische KapelleDie Sixtinische Kapelle wurde von Giovanni de’Dolci unter Papst Sixtus IV. in den Jahren 1477 bis 1482 als päpstliche Hauskapelle erbaut, wobei ihr die in der Bibel (im Buch der Könige) beschriebenen Idealmasse des Salomonischen Tempels - die Länge entspricht der doppelten Höhe sowie dreifachen Breite - zugrunde gelegt wurden (40,93 x 20,70 x 13,41 m).

Das am 15. August 1483 der Jungfrau Maria geweihte Gotteshaus dient traditionsgemäss als zeremonielles Zentrum des Vatikans, in dem die Versammlungen der Kardinäle und das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes stattfinden sowie Hochämter gefeiert werden.

Der Innenraum des mittelalterlichen Baus zählt mit seinen einzigartigen Fresken zu den Weltkulturgütern. Die horizontal dreigeteilten Wände weisen in der unteren Reihe gemalte Vorhänge sowie darüber in einem Band von zwölf Bildern Szenen aus dem Leben Christi und Moses’ auf, die von Meistern der florentinischen Frührenaissance wie Botticelli, Rosselli, Peruginio, Ghirlandaio und Signorelli geschaffen wurden.

Das ursprüngliche Deckengemälde von Pier Matteo d’Amelia zeigte als Himmelswölbung Sterne auf einem nachtblauen Untergrund. Als 1503 Julius II., Sixtus' Neffe, zum Papst gewählt wurde, liess dieser die mittlerweile als unpassend empfundene Darstellung übermalen. Der Auftrag ging an den in der Toskana geborenen Bildhauer und Maler MICHELANGELO (1475-1564), der sich zunächst mit dieser Arbeit überfordert fühlte, 1508 dann aber doch die Herausforderung annahm. Bis 1512 malte er an der Decke eine fingierte Architektur mit Pfeilern und Marmorbändern, in die er neun Bilder mit Szenen aus der Schöpfungsgeschichte einfügte. In den Zwischenfeldern wurden auf Marmorthronen Propheten und Sibyllen, in den Zwickeln und Lünetten die Ahnen Christi sowie darüber ignudi, nackte Figuren mit aus Papstsymbolen und Medaillons gewobenen Girlanden abgebildet.

1533 erhielt Michelangelo von Papst Clemens VII. den Auftrag, an der Altarwand der Sixtina eine Darstellung des Jüngsten Gerichts zu malen, die 1541 fertiggestellt war. Das 180 Quadratmeter grosse Werk zeigt in seinem Zentrum Christus als Weltenrichter, der die Gerechten in den Himmel erhebt und die Sünder in die Hölle verdammt.

Als Michelangelo 1564 fast neunzigjährig in Rom starb, wurde Daniele da Volterra beauftragt, im Jüngsten Gericht die Darstellungen männlicher Nacktheit mit Tüchern zu übermalen, wofür er den Spitznamen il braghettone (der Hosenmacher) erhielt.

Zum 500. Geburtstag Michelangelos beschloss der Vatikan 1975, die im Laufe der Jahrhunderte durch Regenwasser, Risse sowie Übermalungen von Restauratoren in Mitleidenschaft gezogenen Fresken einer grundlegenden Restaurierung zu unterziehen. Dabei wurden nicht nur die Patina der vergangenen Jahrhunderte, sondern auch die meisten «Textilstücke»entfernt, mit denen die Blössen der Figuren bedeckt worden waren.

Seit Abschluss der kosten- und zeitintensiven Arbeiten präsentiert sich der Innenraum der Sixtinischen Kapelle wieder in seiner ursprünglichen, verblüffend farbkräftigen Gestalt, die täglich von unzähligen Besuchern aus aller Welt bewundert wird.

Günter Lade


Zurück zum Anfang

Susann Bosshard-Kälin
Eine Schweizer Orgel für die Sixtina

Artikel als pdf-Dokument herunterladen (79 KB)

Die Sixtinische Kapelle, das wohl bekannteste Gotteshaus des christlichen Abendlandes, erhält eine neue Orgel - «made in Switzerland». Gefertigt wird das Instrument von Orgelbauer Hermann Mathis aus Näfels GL. Josef Schibig aus Steinen SZ steuert die Schnitzarbeiten bei und die Glarner Firma Inauen-Schätti hat das «Orgel-Mobil» konstruiert.

«Der macht wohl einen Scherz mit mir!» Josef Schibig, Holzbildhauer aus Steinen (SZ) erinnert sich noch lebhaft an den Telefonanruf aus Näfels im Januar 2000. «Hermann Mathis, der Glarner Orgelbauer, fragte mich an, ob ich bereit wäre, innert vierzehn Tagen Ornamente für eine neue Orgel in der Sixtinischen Kapelle in Rom zu entwerfen. Ich war überwältigt.» Der 72jährige Kunsthandwerker, der in seinem langen Berufsleben an weit über hundert Orgeln mitgearbeitet hat, griff umgehend zum Griffel und konsultierte weitreichende Kunst-Literatur und Web-Sites ohne Ende (die Sixtina kannte er nur vom Hörensagen). «Italienische Renaissance - ich liess mich von den vielen Bildern inspirieren, skizzierte und entwarf die «Schleiergitter» mit Ornamenten - mit Akanthus, Phantasievögeln, Früchten und Engeln.» Pünktlich lieferte er Zeichnungen samt Kostenvoranschlag nach Näfels. Und dann begann für ihn das grosse Warten auf die Antwort aus Rom ...

Mobil muss sie sein

Die Firma Mathis hat sich im Orgelbau auch international seit Jahren einen Namen geschaffen. 325 Mathis-Orgeln stehen von Taiwan über Japan bis Klagenfurt, Regensburg und Einsiedeln in Domen und Stiftskirchen und (ab Pfingsten 2003) sogar im Münster von Basel. «Aber eine Orgel für diesen einzigartigen, geschichtsträchtigen Raum ist auch für unseren Betrieb eine ausserordentliche Ehre,» freut sich Hermann Mathis, seit 1992 Geschäftsführer des Familienunternehmens, selbst Orgelbauer und Klanggestalter. Die Glarner Firma war im Vatikan keine Unbekannte mehr; «1999 durften wir die Orgel in der Kapelle der Schweizer Garde bauen.» Trotzdem kam die Anfrage für die Sixtina völlig überraschend: «Für uns war es unglaublich, dass Bischof Piero Marini, der Zeremonienmeister des Papstes, uns um Entwürfe für eine neue Orgel in der Sixtina bat.» Der Auftrag aus dem Vatikan war klipp und klar: eine mobile, stabile Pfeifenorgel, ohne Demontage verschiebbar. Denn während den Öffnungszeiten der Sixtina soll das Instrument in einem Nebenraum aufgestellt werden. Für vier Besichtigungen und Raumvermessungen weilte Hermann Mathis in der Sixtinischen Kapelle, «auch um den imposanten Raum auf mich wirken zu lassen und die Akustik zu studieren.» Es würde keine raumgreifende «Brauseorgel» werden, wie es für die Grösse des Raums (knapp 10'000 m3 Rauminhalt, etwa der einer mittleren Schweizer Gemeinde-Pfarrkirche) angebracht wäre, sondern eine relativ kleine, dafür bewegliche Orgel mit 14 Registern, verteilt auf zwei Manuale und Pedal.

Vision - Planung - Raum- und Klangprogramm sowie Technik: Hermann Mathis und sein bewährtes Team gingen systematisch an die Grobplanung des Werks und lieferten dem Vatikan Pläne und Offerte ab. Auch das Thema «Transport» des Instruments wurde minutiös durchdacht. Und dann begann auch in Näfels das lange Warten auf die Antwort aus Rom ...

Die Sixtinische Kapelle

Die neue Mathis-Orgel der Sixtinischen Kapelle im Entwurf. Die Masse des Instruments wurden so gewählt, dass es ohne Demontagearbeiten das rückwärtige Portal der Sixtina passieren kann. Flügeltüren schützen das Instrument vor Zugriff und Transportschäden. Die Form des Gehäuses ist schlicht und orientiert sich am historischen Orgelbau. In klassischer Manier bilden drei Pfeifentürme und zwei Flachfelder mit ihren natürlichen Pfeifenlängen den Prospekt, dessen Pfeifenordnung dem inneren Aufbau der Orgel entspricht: Das Hauptwerk befindet sich im Zentrum der Orgel, oberhalb des eingebauten zweimanualigen Spieltischs. Das Positiv, als Unterwerk konzipiert und mit einem eigenen Prospekt versehen, ist zu beiden Seiten des Spieltischs in den Gehäuseunterbau eingefügt. Die Pfeifen des Pedals sind an der Rückseite des Instruments platziert.

Das Gehäuse wird in traditioneller Massivholzbauweise, unter Verwendung edlen Nussbaumholzes konstruiert, mit gezapften Friesen und eingestemmten Massivholzfüllungen. Die Gehäuseoberfläche wird mit reinem Bienenwachs veredelt. Auch die Formensprache des kunstvoll gestalteten Schnitzwerks ist der späten Renaissance entlehnt. Die Schleierbretter schliessen die Flächen oberhalb der Prospektpfeifen ab, während eine geschnitzte Bekrönung über dem Dach harte Abschlüsse vermeidet. Das Medaillon dieser Bekrönung wird mit dem Wappen des regierenden Papstes Johannes Paul II. und den päpstlichen Insignien versehen sein.

Und los!

«Grünes Licht» aus dem Vatikan dann erst sechs lange Monate später. Hermann Mathis: "Das «Ufficio delle Celebrazioni Liturgiche del Sommo Pontefice» teilte mir frühmorgens am Telefon mit, Bischof Piero Marini wünsche einen Werkvertrag abzuschliessen ... ich stand gleichentags um 16 Uhr mit dem Vertrag unter dem Arm in Rom!».

Das gesamte Projekt konnte nur durch die grosszügige Unterstützung der Gedächtnisstiftung Peter Kaiser (1793–1864), Vaduz – Fürstentum Liechtenstein, unter Vorsitz ihres Präsidenten, Prof. Dr. Dr. Herbert Batliner in Angriff genommen werden. Der Stiftungsrat hat in verdankenswerter Weise die vollumfängliche Finanzierung dieses Instrumentes zugesagt. Mit dieser Förderung dokumentiert der Stiftungsrat eine der Stiftungsaufgaben: «Werterhaltung- bzw. vermehrung altherkömmlicher Kulturgüter und Denkmäler».

Und auch Bildhauer Schibig in Steinen durfte aufatmen: Er konnte sich ans Werk machen, an die Krönung seiner beruflichen Tätigkeit - eine Holzbildhauerarbeit für die Sixtina. «Ich habe erwartet, dass noch diverse Änderungswünsche aus Rom eintreffen würden, aber nichts dergleichen.»

Die terminliche Vorgabe aus dem Vatikan: Die Orgel muss bis Mitte Dezember 2002 zur Weihe bereitstehen. Während für Josef Schibig rund zehn Wochen Produktionszeit im Sommer 2002 feststand, und auch Hermann Mathis sich bezüglich Orgelbau mit den Konstrukteuren an die aufwändige Detailplanung machte, traten unerwartet Probleme beim Transportsystem auf. Nach ersten Abklärungen rechnete man damit, dass der Transport der Orgel per Luftkissen möglich sei; nun stellte sich dies als unrealistisch heraus. Hermann Mathis: «Wir waren mit einer ausländischen Firma in Kontakt, die nach monatelangem Hin und Her entschied - 'diesen anspruchsvollen Orgeltransport können wir nicht bewerkstelligen'.» Guter Rat war teuer. Wie weiter? Hermann Mathis blieb dran. «Wir mussten für diese heikle Sache eine Lösung finden.»

Das Gute liegt so nah

Und sie fand sich überraschend nah! «Die Firma Inauen-Schätti, zehn Kilometer von Näfels entfernt weiter hinten im Tal ansässig und weltweit tätiger Spezialist in Sachen Montage- und Transportsysteme erklärte sich bereit, das knifflige Problem für uns zu lösen.» Für Arno Inauen, Geschäftsführer der HiTech-Firma, die erst kürzlich im brasilianischen Rio die Seile auf den Zuckerhut neu spannte, für die Überdachung des Fussballstadions in Wien und die Montage der drei Galêts an der Expo.02 in Neuenburg verantwortlich zeichnete: «Der Auftrag reizte uns. Mit Konstruktionsspezialisten, Maschineningenieuren, Hydraulikern, Mechanikern und Schlossern planten und bauten wir einen Fahrzeug-Prototyp, der den extremen Anforderungen des Auftrags entsprach.» Die Vorgabe an die Firma Inauen-Schätti war komplex: das Gefährt muss die 3,5 Tonnen schwere Orgel erschütterungsfrei nach jedem Einsatz von der Sixtina über verschiedene Treppen runter und rauf, quer durch den grossen Königssaal, die «Sala Regia» und über verschiedene Winkel in den Vorraum der «Aula Benedizione» führen. Eine Knacknuss sogar für die hartgesottenen Profis aus Schwanden!

Eine Präzisionsarbeit erster Klasse stand nach drei Monaten Grob- und Detailplanung und zwei Monaten Fabrikation in den Werkstätten zu den ersten Tests bereits. Arno Inauen: «Rund 200 Stunden Planung und Produktion und 40 Stunden Tests werden wir investiert haben, damit das «Orgel Mobil» ab Dezember ohne Risiken seinen Dienst in den Räumen des Vatikans versehen kann.» Arno Inauen: «Wir werden die Leute, die den Transport ausführen, genauestens instruieren. Das extrem manövrierfähige, leicht zu führende Fahrzeug ist mit zwei unabhängigen Achsen versehen; mit einer Geschwindigkeit von 1,5 km pro Stunde wird das «Orgel-Mobil» in rund 40 Minuten vom Aufbewahrungsort in die Sixtina rollen.» Vier bis fünf Leute werden bei jedem Transport nötig sein.

Orgel-Mobil

Orgel-Mobil

Arno Inauen, Maschineningenieur und Geschäftsführer der Firma Inauen-Schätti und der Konstrukteur Martin Stocker testen das «Orgel-Mobil». Der ausgeklügelte Transporter kann die 3,5 Tonnen schwere Orgel hydraulisch anheben sowie vor- und rückwärts fahren. Er ist trotz einer Länge von vier Metern auch auf kleinstem Raum extrem manövrierfähig, da beide Achsen unabhängig voneinander funktionieren.

Hand in Hand ein grosses Werk gestalten

Unabhängig voneinander und trotzdem Hand in Hand wird in Steinen, Schwanden und Näfels am Orgelwerk für die Sixtina gearbeitet. Hermann Mathis koordiniert alle Tätigkeiten. «In unseren Werkstätten wird die Orgel bis Ende Oktober dieses Jahres in rund zwölf Wochen produziert. Das Holz dafür, Schweizer Nussbaum, lagert seit Jahren schon in den eigenen Hallen; die 782 Pfeifen (716 in einer Zinn-Blei-Legierung und 66 in Holz) sind in Arbeit.»

Zusammen mit den feinen Ornamenten aus dem Bildhaueratelier Schibig und dem exklusiven «Orgel-Mobil» aus Schwanden wird die kostbare Fracht anfangs November nach Rom transportiert und ab dem 12. November in der Sixtina aufgebaut.

Hermann Mathis: Vorintonation der Pfeifen

Der Vorintonation der Pfeifen in der Näfelser Werkstatt kommt für Hermann Mathis grosse Bedeutung zu. Der Orgelbauer und Klanggestalter wird in Rom für die eigentliche Intonation der Orgel in der Sixtina rund zweieinhalb Wochen Nacharbeit einschalten.

Nächtliche Klanggestaltung

Für den Klanggestalter Hermann Mathis, der in seiner Freizeit Leiter eines Kirchenchors und Organist ist, beginnt dann ab dem 25. November 2002 eine besondere Phase des Projekts: Er wird in minutiöser und geduldiger Feinarbeit jeder einzelnen Orgelpfeife ihren geplanten Klang verleihen, die Intonation der Orgel vornehmen. «Ich stelle für die Organisten die Klangfarben bereit; die Handschrift des Orgelbauers ist an der Klanggestaltung zu erkennen.» Intonation hat viel mit Fingerspitzengefühl und Erfahrung zu tun. «Indische Meditationslehren sagen, der Gehörsinn führe direkt ins Herz, in die Seele des Menschen. Musik löst Emotionen aus.» Hermann Mathis wird in der Sixtina während der Nacht intonieren: «Ich rechne mit etwa zweieinhalb Wochen Arbeit am Instrument. Ab 16.00 Uhr, nach Schliessung fürs Publikum, kann ich an der Orgel sitzen - meine 'Arbeitsnacht' wird dann jeweils bis morgens um 7 Uhr dauern.» Ein einsamer Job in einmaliger Atmosphäre; für Hermann Mathis ein Höhepunkt. «Unsere Orgeln haben unter anderem die grosse Aufgabe, Gläubigen bei ihren Gottesdiensten zu dienen, indem sie Raumatmosphären akustisch verändern. Solche Instrumente zu schaffen und dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist für uns Basis und Ansporn.»

Fresken der Sixtinischen Kapelle

Der wertvollen Fresken wegen kann in der Sixtina an keiner der Wandflächen ein Instrument fest installiert werden. Die neue Orgel wird deshalb am abgebildeten Ort frei im Raum stehen.

Festliche Einweihung mit Schweizer Organist

Seiner eigentlichen Funktion übergeben wird die Orgel mit einer feierlichen Einweihung im Kreis geladener Gäste und einem festlichen Orgelkonzert in der Sixtina am Samstag, 14. Dezember 2002. Pater Theo Flury, Stiftsorganist im Kloster Einsiedeln, Komponist und Professor der Musikhochschule Luzern, wird zusammen mit dem Organisten in St. Peter, James Edward Göttsche sowie den Sängerknaben der Cappel-la Sistina (Pueri Cantores) die Einweihung musikalisch begleiten. Pater Theo studierte von 1982 bis 1988 beim damaligen Leiter des Chores für die besonderen Papstgottesdienste, Domenico Bartolucci, und begleitete diesen als Organist mehrmals auf Konzertreisen. Als Dolmetscher von Hermann Mathis kam es 2001 zu Kontakten mit Bischof Piero Marini, der Pater Theo spontan zur Benediktionsfeier der neuen Orgel einlud. Der Einsiedler Stiftsorganist wird zu drei kurzen liturgisch passenden Choralgesängen der Sängerknaben der Cappella Sistina über deren Motive improvisieren. Pater Theo: «Mir ist, als würde ich nach langen Jahren endlich wieder in meine Wahlheimat zurückkehren.»

Der Beitrag von Susann Bosshard-Kälin erschien im Oktober 2002 in N°. 41 der Wochenzeitschrift «Sonntag».

Zurück zum Anfang


Die Orgel im Bau

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Probefahrt der neuen Orgel in der Montagehalle

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Orgelbau Sixtinische KapelleOrgelbau Sixtinische Kapelle

Weihe durch Kardinal
Staatssekretär Angelo Sodano
14. Dezember 2002
Mitwirkende der Weihe Chor der Sixtina (Pueri Cantores)
James Edward Göttsche und Gianluca Libertucci
(Organisten des Petersdomes)
P. Theo Flury (Stiftsorganist in Einsiedeln sowie Professor an der Musikhochschule Luzern)



Zurück zum Anfang

Die Sixtinische Kapelle

Technische Daten der neuen Orgel

Erbauer: MATHIS ORGELBAU AG, Näfels
Konstruktion: Franz Schmidig, c/o MATHIS ORGELBAU
Intonation: Hermann Mathis, c/o MATHIS ORGELBAUc
Schleierbretter: JOSEF SCHIBIG, Bildhaueratelier, Steinen/SZ
Gehäuse: Nussbaumholz massiv (ca. 2.2 m3), gewachst
Breite 2.42 m; Tiefe 1.37 m; Höhe 3,55 m
Gesamtgewicht: ca, 3.5 Tonnen
Spielanlage: 2 Manualklaviaturen zu je 56 Tasten
1 Pedalklaviatur zu 30 Tasten
System: mechanische Spiel- und Registertraktur
Windladen: Schleifladen
Pfeifenzahl: 787 Pfeifen, davon 721 Zinn- und 66 Holzpfeifen
Längste Pfeife: C Subbass 16’, 2.28 m klingende Länge (2.54 m total)
Kleinste Pfeife: g''' Larigot 1 1/3’, 7.4 mm klingende Länge (mit Fuß 18.74 cm)
Arbeitsaufwand: ca. 3’800 Arbeitsstunden für Orgelwerk und Gehäuse


Disposition

Mathis 2002, II-P/14

I. Hauptwerk / C - g''' Positiv C – g'''
1. Principal 8’ 8. Gedackt 8’
2. Rohrflöte 8’ 9. Blockflöte 4’
3. Octave 4’ 10. Principal 2’
4. Quinte 2 2/3’ 11. Larigot 1 1/3’
5. Flageolet 2’

6. Terz 1 3/5’

7. Mixtur 2-3fach 1 1/3’

Pedal C – f'
12. Subbass 16'

13. Bourdon 8'

14. Choralbass 4’





Tremulant


Schiebekoppel I - II


Koppel I - PED.


Tremulant.

Schiebekoppel I-II.

Koppel I-P.

mechanische Spiel- und Registertraktur.



Das HAUPTWERK stellt zusammen mit dem Pedal das klangliche Rückgrat des Instruments dar. Von Begleitaufgaben im Pianissimo-Bereich (bei geschlossenen Türen) bis zum Pleno-Klang (mit Mixtur) stehen viele dynamische Abstufungen zur Verfügung, wobei die Einzelregister auch gut für Zwischenspiele, Versetten oder Choralvorspiele geeignet sind. Das POSITIV ist als alternatives Werk gedacht. Es antwortet dem Hauptwerk im herkömmlichen Sinne und dient zugleich als Continuowerk bei orchestral begleiteter Kirchenmusik. Schlussendlich ist das gesamte Instrument einsetzbar im Triospiel, einer für die Orgel typischen Art des Musizierens. Das PEDAL besitzt mit dem Subbass 16’ die zur klanglichen Grundlage nötige Stimme. Es wird durch den Bourdon 8’ und Choralbass 4’ bereichert und damit triofähig.


Orgelschnitt

Linie
Zurück zum Anfang