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Pufels
(IT), kath. Pfarrkirche St. Leonhard
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Die historische Orgel der kath. Pfarrkirche St. Leonhard in Pufels (Grödnertal/Südtirol)
wurde 1854 bis 1856 vom österreichischen Orgelbauer Alois Schönach
erbaut, der 1811 in Flirsch (Bezirk Landeck) als Sohn eines Bauern geboren
wurde. Schönach absolvierte eine dreijährige Tischlerlehre und
war 1834 bis 1836 bei Klaviermacher Friedrich Wolf in Wien tätig,
bevor ihn eine fünfjährige Wanderschaft bis Troppau, Gran und
Pest führte. 1839 arbeitete er zunächst bei Orgelbauer Josef
Loyp in Wien, danach ein Jahr bei Josef Kainz in Graz sowie später
bei Alois Hörbiger im slowenischen Cilli und bei Josef Mohrherr in
Innsbruck. 1841 richtete Schönach an den Magistrat von Meran ein
Gesuch »um Ertheilung der Kunsttischler Concession und namentlich
zum Orgel und Pianoforte Bau«, was jedoch abschlägig beschieden
wurde. Ein Jahr später wurde er dennoch Bürger von Meran, wo
er 1845 ein Haus erwarb. Als er mehrere Aufträge für Orgelneubauten
in Vorarlberg erhielt, übersiedelte Schönach 1858 bis 1874 nach
Rankweil. 1877 kehrte er als Klavierstimmer nach Meran zurück, wo
er noch achtzigjährig eine Orgel baute und 1899 starb.
Der Grossteil der Orgeln Schönachs entstand in Tirol, Vorarlberg
und Liechtenstein, wobei er gerne die in diesen Regionen nicht bekannten
Register Doppelflöte 4’, Gemshorn-Quint 3’ und Violine
2’ disponierte. Zeugnisse seines Schaffens blieben vor allem in
Südtirol erhalten, von denen die Orgel in Pufels als eine vom Originalzustand
wenig entfernte Schönach-Orgel angesehen werden kann. Das Werk wurde
1885, 1904 und 1910 repariert und dabei auch in der Gehäusehöhe
reduziert. 1918 verlor es seine Prospektpfeifen, die vom k.u.k. Kriegsministerium
requiriert und 1924 in Zink ersetzt wurden, weitere Arbeiten fanden 1971
statt.
Das dringend reparaturbedürftige Instrument wurde durch Mathis Orgelbau
grundlegend restauriert und dabei auf seine originale Innenhöhe zurückgeführt,
damit das Pfeifenwerk wieder ungekröpft Aufstellung finden konnte.
Auch die ursprünglich vorhandenen Dächer wurden rekonstruiert
und wieder eingesetzt. Alle im Laufe der Zeit veränderten Pfeifen
wurden rückintoniert und fehlende Pfeifen nach historischem Vorbild
rekonstruiert, so dass sich alle Pfeifen nahtlos in den Gesamtklang der
historischen Orgel einfügen. Als Stimmtonhöhe dürfte Schönach
den hohen »Wiener Chorton« (4' a° 460,4 Hz / 18°C,
Franziskanerkirche Wien) verwirklicht haben. Die Stimmung ist heute geringfügig
höher gelegt (4' a° 466,16 Hz/18° C), damit das Zusammenspiel
mit verschiedenen Instrumenten mittels Transposition möglich ist.
Der Gesamtklang der historischen Orgel füllt harmonisch
den Kirchenraum. Das Prinzipalplenum zeichnet sich durch seinen leichten
Glanz aus, das füllige Bassfundament ergibt eine gute Basis für
Begleitungen und solistisches Orgelspiel. Die drei 8’ Register im
Manual der wertvollen historischen Orgel bieten viel dynamische Abwechslung
sowohl bei Begleitaufgaben wie auch in der Orgelliteratur aus der anbrechenden
Zeit der Romantik. Besonders auffällig ist die Verschmelzungsfähigkeit
des für Schönach charakteristischen, konisch gebauten Registers
Gemshorn-Quint 3 Fuß.
Günter Lade
 
 

Restaurierung der historischen Alois Schönach-Orgel (1856, I-P/10)
| Manual / C - f ''' |
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| Prinzipal |
8' |
C-H Holz gedeckt, ab c° Metall
offen |
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| Flaute Major |
8' |
C-e'' Holz gedeckt, ab f '' Holz offen |
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| Dulcian |
8' |
C-H = Prinzipal, ab c° Metall
offen |
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| Oktav |
4' |
Metall, teilweise im Prospekt |
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| Gemshorn-Quint |
3' |
Metall, konisch |
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| Super-Oktav |
2' |
Metall |
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| Mixtur 3fach |
2 2/3' |
Metall |
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| Pedal / C - f ° |
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fest an das Manual angehängt,
cis°-f ° nur Anhängung wirksam |
| Sub-Baß |
16' |
C-c°, Holz gedeckt |
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| Violon-Baß |
8' |
C-c°, Holz offen |
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| Posaune |
8' |
C-c°, Holzbecher |
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mechanische Spiel- und Registertraktur.
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