Mathis Orgelbau - Jahresberichte
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Fiecht (AT) Abteikirche St. Georgenberg

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Dispositon

Fiecht, Abteikirche St. Georgenberg



Josef Aigner (1809-1887) war wohl der bedeutendste Tiroler Orgelbauer des 19. Jahrhunderts. Er lieferte u.a. Orgeln für die Fransziskanerkirche in Schwaz (1843) und Reutte (1847/48) sowie für die Pfarrkirchen in Brixen (1858) und Meran (1867). Seine grösste Orgel mit drei Manualen und 32 Registern baute er 1865/66 für die Benediktinerabtei Marienberg. 1870/71 folgte grössenmässig an zweiter Stelle die Fiechter Orgel mit 31 Registern, die als zweitgrösste historische Schleifladenorgel im gesamten Tiroler Raum erhalten blieb.

Wie bei Aigner üblich, ist im Hauptwerk das Principalplenum, das von Quintatön 16' unterbaut wird, stark besetzt. Das Cornet ist kein Solo-Register, sondern nach süddeutscher Art ein färbendes und füllendes Plenum-Register. Ähnliches gilt, in etwas kleinerem Massstab, für das Positiv. Eine reiche Besetzung der 8'-Lage sorgt in beiden Manualen für klangfarbliche und dynamische Differenzierung und ermöglicht allein schon in diesem Bereich eine Fülle lasierender Registrierungen. Im Hauptwerk bietet die Fugara als drittes 4'-Register zusätzliche Farbmöglichkeiten. Von Seltenheitswert ist die Flötenquint 6'. Sie wurde von Aigner nur in Hauptwerken grosser Orgeln verwirklicht. Original erhalten geblieben ist sie lediglich in Fiecht. Vom Positiv-Manual aus wird das Register Harmonica 8' mit durchschlagenden Zungen angespielt. Es steht auf einer besonderen Lade im Unterbau, verfügt über eine eigene Traktur und wird durch ein Sperrventil ein- und ausgeschaltet. Stimmschrauben ermöglichen (wie auch bei der Posaune) das Nachstimmen bei Temperaturwechseln. Der Pedalumfang ist der bei Aigner übliche: 18 Tasten in chromatischer Folge, bei denen nur die zwölf Tasten der ersten Oktave mit eigenen Pfeifen besetzt sind; die Tonfolge repetiert auf der Taste c°, wäh-rend die Koppeln bis f° weiterlaufen. 1880 ergänzte Aigner selbst einen freistehenden Spieltisch.

Um- bzw. Neubaupläne der Vorarlberger Orgelbauer Anton Behmann (vor 1900) sowie Gebrüder Mayer (1910) wurden nicht verwirklicht. Carl Schäfer, Werkmeister und erster In-tonateur der Firma Mayer fügte stattdessen 1910 anlässlich einer Überholung der Orgel drei neue Register ein. 1949 behob Schäfer die Schäden, die auf die Zerstörungswut der Besatzungssoldaten vor allem im Pfeifen- und Abstraktenwerk zurückgingen und veränderte geringfügig die Disposition.

Sowohl der Allgemeinzustand als auch die verschiedenen Änderungen, die im Laufe der Zeit vorgenommen worden waren, machten eine gründliche Restaurierung nach denkmalpflegerischen Grundsätzen nötig. Diese Arbeit wurde der Firma Mathis Orgelbau in Näfels (Kanton Glarus, Schweiz) anvertraut. Ziel der aufwendigen Restaurierung war die Wiederherstellung der Aigner-Disposition auf der Grundlage des Zustands von 1880.


Spieltisch, Abteikirche St. Georgenberg


nach Alfred Reichling: Orgelgeschichte der Stiftskirche St. Josef, Fiecht, in: 250 Jahre Stiftskirche. Benediktinerabtei St. Georgenberg-Fiecht/Tirol, Passau 2000, S. 100-121.


Disposition

III-P/31

I. Hauptwerk / C - f’’’ II. Positiv / C - f’’’
Quintatön 16' Principal 8'
Principal 8' Copl 8'
Principal piano 8' Flautina 8'
Bordun 8' Salicional 8'
Copl 8' Flöte 4'
Gamba 8' Gemshorn 4'
Flötenquint 6' Quint 3'
Octav 4' Superoctav 2'
Flöte 4' Cornet III 1 1/2'
Fugara 4' Harmonica 8'
Quint
3'
Superoctav
2'
Mixtur V
2'
Cornet V
3'
Pedal / C - f° (12 Töne)
Subbass 16'

Bordun 16'

Violon 16'

Octavbass 8'

Violoncello 8'

Mixturbass VI
3'


Posaun
8'



Zusammenzug [Pedalkoppel].

mechanische Spiel- und Registertraktur.



CD Fiecht CD

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