Mathis Orgelbau - Jahresberichte
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Davos-Platz (CH), Englische Kirche

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Davos-Platz, Englische KircheBald nach der Fertigstellung und Weihe der Englischen Kirche 1882 plante man, das neue Gotteshaus auch mit einer Orgel auszustatten. Durch einen Spendenaufruf in der «Times» sowie durch engagierte persönliche Werbung gelang es, die für den Orgelneubau notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen, so dass im April 1892 bei der bekannten englischen Orgelbaufirma Willis and Sons in London ein Instrument bestellt konnte.

Obwohl die Firma Willis and Sons an der Entwicklung und Verwendung röhren- und elektropneumatischer Trakturen massgeblichen Anteil hatte, wurde die neue Orgel weitgehend in klassischer Bauweise ausgeführt. Das Werk verfügt in den beiden Manualen über Schleifladen sowie über eine mechanische Spiel- und Registertraktur. Lediglich die tiefen Pfeifen der Register Open Diapason 8’, Lieblich Bourdon 16’ und Viola da Gamba 8’, die Prospektpfeifen sowie die beiden Pedalregister Bourdon 16’ und Lieblich Gedackt 8’ stehen auf eigenen pneumatischen Windladen.

Spieltisch, Davos Platz, Englische Kirche

Nach unsachgemässen Eingriffen in die originale Substanz der Orgel erfolgte 2000 die grundlegende Restaurierung und Rekonstruktion des Instruments. Neben der sorgfältigen Wiederherstellung der überkommenen historischen Teile umfasste die Restaurierung u.a. die Inventarisation des gesamten Pfeifenwerks und seine Neuordnung entsprechend den originalen Bezeichnungen auf den Pfeifenkörpern, das sorgfältige Anlängen der abgeschnittenen Pfeifen von Voix céleste 8’, Octave Gamba 4’, Flute Harmonique 4’ und die originalgetreue Rekonstruktion verloren gegangener Klangkörper sowie die Wiederbelebung der ursprünglichen Schöpfbalganlage.

Die Willis-Orgel präsentiert sich heute wieder in ihrem originalen technischen sowie klanglichen Zustand. Sie darf als Unikat nicht nur der Orgellandschaft des Kantons Graubünden, sondern der gesamten Schweiz angesehen werden.

Neben dem perfekten Zusammenspiel des Kirchenraumes, seiner Ausstattung und der Orgelfassade aus der Zeit knapp vor der Jahrhundertwende beeindrucken vor allem die handwerklich hervorragende Bau- und Konstruktionsart der Orgel sowie ihr ganz spezifisches Klangbild. Die bemerkenswerte Disposition weist weder Zungen- noch Aliquot- oder Mixturstimmen zugunsten romantischer Farbregister auf. Die herkömmliche Orgelliteratur kann auf einem solchen Instrument natürlich nur sehr beschränkt dargestellt werden. Ein Interpret muss sich hier vielmehr von der heute herrschenden Vorstellung, wie eine «normale» Orgel zu klingen habe, lösen und sich auf eine klangliche Entdeckungsreise nach jenen Werken des englisch-romantischen Repertoires begeben, die gerade auf diesem Instrument wie auf keinem anderen hervorragend dargestellt werden können.

Günter Lade

Registerzüge, Davos Platz, Englische Kirche
Registerzüge, Davos Platz, Englische Kirche



Disposition

II-P/13

I. Great / C - g’’’ II. Swell / C - g’’’
Open Diapason 8' Lieblich Bourdon 16'
Claribel Flute 8' Clara Bella 8'
Dulciana 8' Viola da Gamba 8'
Principal 4' Voix céleste 8'
Flute Harmonique 4' Octave Gamba 4'


Harmonique Flute 2'
Pedal / C - f’
Bourdon 16'

Lieblich Gedact 8'


II-I, I-P, II-P.

3 feste Registerkombinationen (wirkend auf Great und Pedal).

mechanische Spiel- und Registertraktur.

 


Über die Geschichte und Restaurierung liegt eine Publikation mit 24 Seiten und 21 farbigen Abbildungen vor.

Bezugsadresse:
Freie Evangelische Gemeinde Davos
Scalettastrasse 1
CH 7270 Davos Platz
www.feg-davos.ch

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