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Ambitionierte Orgelarchitektur in Basel Die neue Orgel des Basler Münsters
Publikation
mit Beiträgen von Pfarrer Dr. Franz Christ (Zur neuen Münsterorgel), Münsterbaumeister Peter Burckhardt (Die Entstehung der neuen Orgel als Abschluss der Innenrestaurierung), Prof. Dr. Christian Brückner & Dr. Andreas C. Albrecht (Sieben Jahre Orgelbaukommission), Münsterorganist Felix Pachlatko & Experte Rudolf Scheidegger (Einer neuen Orgel entgegen), Orgelbauer Hermann Mathis (Klingender Stein der Basler Münsterbaugeschichte), Architekt Peter Märkli (Orgelarchitektur im Basler Münster) sowie Dr. Urs Fischer (Geschichte der Basler Münsterorgeln). 64 Seiten, 50 Abbildungen, erhältlich im Basler Münster sowie bei Frau Santschi der Evang.-Reformierten Kantonalkirchlichen Ämter und Dienste, Rittergasse 3, CH 4051 Basel, Tel. +41 (0)61 277 45 45, Fax: +41 (0)61 277 45 78
Artikel als pdf-Dokument herunterladen (125 KB) gekürzter Beitrag aus ORGAN, 2001/3, S. 16-23 Verfügte die Orgelbaukunst der vergangenen Epochen über jeweils einheitliche architektonische Stilmerkmale, so war der Prospektbau des 20. Jahrhunderts von einer stilistischen Vielfalt geprägt, die von eher fragwürdigen Kopien bestehender historischer Gehäuse bis hin zu verwegenen avantgardistischen Lösungen zwar alle denkbaren und oft bunt gemischten architektonischen und stilistischen Möglichkeiten der Prospektgestaltung, jedoch kein einheitliches epochales Gepräge hervorbrachte. Mit jedem Orgelbau stellt sich somit das Problem der stilistischen Gestaltung eines neuen Orgelgehäuses, was nicht nur innerhalb eines Expertengremiums, sondern auch in weiten Kreisen der Gemeinde und Bevölkerung zu heftigsten Reaktionen sowie Streitigkeiten führen kann. Nach Erfahrung des Verfassers als diözesaner Orgelsachberater hat bei einer Ausschreibung fast immer der Orgelbauer die größten Chancen, der mit seinem meist konservativen Prospektentwurf auf den ersten Blick «gefällt». Es ist aber zugegebenermaßen für einen Orgelbauer oder Architekten immer leichter, bereits bestehende stilistische Formen nachzubilden, als neue zu schaffen. Ein kritischer und vor allem ehrlicher Blick auf zeitgenössische Prospektgestaltungen in aller Welt zeigt deutlich, daß wirklich epochale Lösungen doch eher selten zu finden sind und außerdem meist erst nach einigen Jahren oder Jahrzehnten als solche erkannt werden. Die Meister des 19. Jahrhunderts waren mit der heute herrschenden Stilvielfalt bzw. Stillosigkeit noch nicht konfrontiert. Für Friedrich Haas aus Luzern war es 1855/56 im Basler Münster noch selbstverständlich, das neue Instrument (IV/P/60) zu beiden Seiten sowie unterhalb des zentralen Westemporenfensters mit einem zeitgemäßen neugotischen Prospekt zu versehen, auch wenn er - wie es heißt - mit der gewählten Orgelaufstellung den Raum nur ungenügend beschallen konnte. Diese Beurteilung müßte aber sicherlich relativiert werden, wenn man bedenkt, daß zu Haas' Zeiten das menschliche Hörempfinden noch nicht mit Lärm überstrapaziert bis geschädigt und auch die Klangästhetik der damaligen Zeit eine feinere war. Hundert Jahre nach Haas sollte das Basler Münster wieder mit einer neuen Orgel ausgestattet werden. Wäre es heute nicht mehr möglich, den neugotischen Prospekt zu beseitigen, so gab es 1955 noch keine derartigen Skrupel. Das Instrument wurde vollständig abgetragen und mit Ausnahme weniger Register, die ganz oder fragmentarisch in den Neubau (IV/P/74) der Firma Th. Kuhn AG aus Männedorf übernommen wurden, zerstört. Das 1956 vollendete Instrument konnte optisch von Anfang an nicht sehr überzeugen. Ohne auf die Gliederung der Orgelfassade, die im Volksmund als «Kuchikäschtli» verspottet wurde, näher eingehen zu wollen, sei nur vermerkt, daß es sich in Wirklichkeit nicht um ein Orgelgehäuse, sondern mit Ausnahme des Rückpositivs um einen Scheinprospekt handelte, der dem Pfeifenwerk des Instruments vorgeblendet war. Es erstaunt deshalb nicht, daß die Klangabstrahlung in den 24.450 m3 großen sowie 1.500 feste Sitzplätze umfassenden Raum des Basler Münsters nicht befriedigen konnte. Nachteilig für die Entfaltung des Orgelklanges wirkte sich u.a. auch die Verwendung von Mechanik, Barkerhebel und Elektrik bzw. Elektropneumatik für die Spiel- und Registertraktur des Instruments aus, die im Raum zu uneinheitlichen akustischen Verzögerungen führten. Da es unumgänglich war, das Werk für die Sanierung der Gewölbe abzutragen, faßte der Kirchenrat der evang.-reformierten Kirche Basel-Stadt den Beschluß zum Bau einer neuen Orgel. Im Pflichtenheft zur Offertstellung wurde u.a. konkretisiert: «Die Orgel soll stilistisch und technisch ein Instrument unserer Zeit sein. Das heißt, sie soll ein großes Spektrum an musikalischen Stilen zu interpretieren ermöglichen. Trotzdem ist die heute übliche klassische Bauweise in den seit Jahrhunderten bewährten Materialien erwünscht. Trotz der erforderlichen großen Mensuren und eher hohem Winddruck soll eine bequeme Spielbarkeit gewährleistet sein. Die Aufstellung und das (moderne) Gehäuse sollten eine optimale Klangabstrahlung garantieren.» Gewünscht wurden außerdem ein vollständiges (massives) Gehäuse für die Manualwerke und das Kleinpedal sowie vor allem eine Prospektgestaltung mit weitgehend frei sichtbarem Westfenster. Bemerkenswert ist, daß die Auftraggeber an der Wende zum 21. Jahrhundert zu keinem Zeitpunkt den bequemen Weg einer Kopie des Haas-Gehäuses von 1855, sondern von Anfang mutig die Realisierung eines modernen Orgelgehäuses ins Auge gefaßt haben. Der nach Ende der Ausschreibung 1998 lange Zeit diskutierte Vorschlag eines Mitbewerbers sah das Hauptwerk als Brüstungspositiv, dahinter ein von Pedaltürmen flankiertes Hauptgehäuse mit angebautem Spietlisch und darüberliegendem Brust- und Positivwerk sowie zurückgesetzt den vom Kirchenschiff aus nicht sichtbaren Schwellkasten vor. Nach eingehenden Diskussionen konnte dieses Projekt nicht weiter verfolgt werden. Das Hauptwerk einer Orgel ist im Normalfall klanglich wie auch räumlich das größte Teilwerk des Instruments. Ihm gegenübergestellt findet sich meist ein Positiv, das kleiner ist, jedoch alternierend Verwendung findet. Diesem naturgegebenen klanglichen Ungleichgewicht wurde in der Entwicklung der Orgelbaukunst entgegengewirkt, indem das kleinere Werk an der akustisch günstigeren Stelle (beispielsweise als Rückpositiv) platziert und das stärke Hauptwerk zurückversetzt wurde. Kehrt man diese Anordnung jedoch um, wird das genaue Gegenteil erreicht: Das große Hauptwerk wirkt durch seine bevorzugte Stellung noch mächtiger, das kleine Positiv, in den Klangschatten gestellt, wird zusätzlich geschwächt. Im historischen Orgelbau gibt es zwar vereinzelt Werke dieser Gestalt, doch finden sich diese mit einer guten seitlichen Abstrahlung meist in (barocken) Räumen, die akustisch besser als das Basler Münster schwingen. Diese Lösung mußte deshalb verworfen werden, zumal auch ein Hauptwerk mit 16'-Prospekt für die filigranen Säulen der Basler Orgelempore zu wuchtig erschien. Im Februar 1999 faßte die Orgelbaukommission, bestehend aus den Herren Christian Brückner als Präsident, Münsterarchitekt Peter Hanhart, Andreas C. Albrecht, Rudolf Scheidegger und Münsterorganist Felix Pachlatko den Entschluß, mit der Firma Mathis in Näfels/Glarus ein baureifes Projekt zu erarbeiten. Über den in enger Zusammenarbeit mit Münsterarchitekt Peter Hanhart geschaffenen Prospektentwurf der Firma Mathis heisst es im Bericht der Orgel- an die Münsterbaukommission vom 19. Juli 1999: «Das vorliegende Projekt entspricht den heutigen Erkenntnissen der Orgelbaukunst und berücksichtigt die im Münster mit den Vorgängerorgeln gemachten Erfahrungen. Insbesondere ist davon auszugehen, daß die geplante Orgel im Gegensatz zum bestehenden Instrument ein ausgewogenes Klangbild hervorbringen wird und daß der Klang aufgrund des Aufbaus und der Positionierung des Instruments optimal in den gesamten Raum abgestrahlt wird. Zudem ist die Windanlage so ausgelegt, daß alle Register und Oktaven in gleicher Weise präzise ansprechen und dadurch ein koordiniertes Spiel in allen Lagen möglich ist. Die neue Orgel im Münster muß sowohl die gottesdienstlichen Bedürfnisse abdecken als auch für konzertante Aufgaben eine gewichtige Stellung in der Orgellandschaft der Region Basel einnehmen können. Da das geplante Instrument das einzige größere Instrument im Raum sein soll, müssen alle großen Meisterwerke der Orgelliteratur auf diesem Instrument gespielt und klanglich befriedigend dargestellt werden können. Die Disposition ist so gewählt, daß stilistisch ein größeres Spektrum abgedeckt werden kann, um die im heutigen Musikleben am meisten gespielte Musik (entstanden zwischen 1650 und heute) darstellen zu können. Speziell geachtet wurde auf einen möglichst lückenlosen Werkaufbau bezüglich der Principalreihen inklusive Klangkronen (Mixturen), des Weit- und Engchores sowie der Zungen. Das Positiv und das Schwellwerk sind mittels Jalousien schwellbar. Die Traktur und die Registratur sind mechanisch, wobei parallel dazu elektrische Zugapparate für die Registratur und elektrische Koppeln vorgesehen sind. Sodann sind elektronische Setzerkombinationen mit verschiedenen Schnittstellen (Diskettenlaufwerk, Drucker, Monitor) geplant. Alle Vorprojekte und Untersuchungen zu einer neuen Münsterorgel haben gezeigt, daß neben den musikalischen Kriterien dem äußeren Erscheinungsbild der Orgel eine große und wichtige Bedeutung zukommt. Insbesondere ist von herausragender Bedeutung, daß das über dem Hauptportal des Münsters befindliche Westfenster hinter der Orgel sichtbar sein muß. Diese Bedingung erfüllt das vorliegende Projekt. Verschiedene im Rahmen der Evaluation begutachtete Projekte und Entwürfe befriedigten nicht, weil sie viel zu wenig Rücksicht auf die bestehende historische Architektur des Münsters nahmen. Die meisten Entwürfe [der anbietenden Orgelbauer] verwendeten romantisierende, barockisierende Elemente und brachten kaum einen architektonischen Gestaltungswillen heutiger Zeit zum Ausdruck. Diese Projekte wirkten daher wie Fremdkörper in dem weitgehend romanisch-gotisch geprägten Innenraum des Basler Münsters. Die architektonische Aufgabe der äußeren Gestaltung einer neuen Orgel besteht darin, eine Orgel zu entwerfen, die musikalisch allen vom Orgelbauer gemachten Vorgaben und Bedingungen entspricht, dennoch folgende Randbedingungen erfüllt: Das Westfenster über dem Hauptprtal des Münsters muß hinter der Orgel sichtbar sein; Die Orgel soll nicht als Gebäudeteil, sondern als ein im Raum stehendes Möbel wirken, damit der Betrachter die volle Raumgröße des Hauptschiffs bis zur Westmauer wahrnimmt; Die Orgel muß in ihrer äußeren Gestalt Bezüge schaffen zu der sie umgebenden Architektur; Die Orgel muß in ihrer Gestalt eine eigene architektonische Sprache sprechen und keine Anlehnungen an historische Vorbilder suchen. Basierend auf dem von der Firma Mathis in Näfels eingereichten Orgelbauprojekt wurde in intensiver und längerer Zusammenarbeit zwischen dieser Orgelbaufirma und Herrn Peter Hanhart, Architekt, das nun vorliegende Bauprojekt ausgearbeitet. Das vorliegende Projekt versucht, das architektonische Erscheinungsbild der Orgel auf das absolut Notwendige zu reduzieren. Keine Dekors, sondern die die Töne erzeugenden Pfeifen sollen der Schmuck der Orgel sein. Die äußere Erscheinung der Orgel ist weitgehend geprägt von der konstruktiven Grundstruktur, welche aus funktionalen Gründen vorgegeben und deshalb jeder Orgel eigen ist. Diese Grundstruktur besteht darin, daß die verschiedenen Orgelpfeifen in lautsprecherähnlichen Kuben untergebracht werden, welche mit porösen Frontflächen ausgestattet sind und als Resonanz- und Schallabstrahlungskörper wirken. Die porösen Fronrflächen (die sogenannten Schleierbretter) werden anschließend mit einigen außen angebrachten Pfeifen (Prospektpfeifen) verziert. Der so entstehende Kubus ist das gestalterische Grundelement der Orgel. - Das vorliegende Projekt baut auf diesen Basiselementen auf. Eine Grundtragstruktur, ein Raster aus Holz, wurde projektiert, in welchen die einzelnen Orgelelemente oder Sockelteile in Form von Kastenvolumina eingeschoben werden; dies geschieht teilweise unter Verdrehung der Volumina um 45°. Vorgesetzt vor die Volumina sind die Prospektpfeifen, die als Glanzpunkte der Orgel sichtbar werden. Der nicht mit Pfeifen abgedeckte Bereich, der Bereich der sogenannten Schleierbretter soll flächig, aber durchlässig sein und mit einer textilartig strukturierten Oberfläche eine Überleitung vom Holzmaterial des Gehäuses zum glänzenden Metall der Pfeifen vermitteln. Gleichzeitig soll dadurch verhindert werden, dass dieser Bereich eine barocke Eigendynamik entwickelt. Basierend auf dem vorgegebenen musikalischen Konzept der Orgel werden nach außen drei nebeneinanderstehende Hauptvolumina, die durch vollflächig mit kleinen Pfeifen abgedeckte Zwischenstücke verbunden sind, sichtbar. Die ganze Orgel besteht aus drei Grundelementen, die im Zusammenspiel mit den Verbindungen ein horizontales rechteckiges Volumen darstellen. In die beiden äußeren Elemente sind die um 45° verdrehten Ecktürme eingeschoben. In der Mitte bildet ein reduziertes, abgesenktes (wiederum um 45° verdrehtes) Element die Mittelachse, welches einen Bezug schafft zu dem neu fast ganz sichtbaren Westfenster. Die Prospektpfeifen sind so angeordnet, daß sie ein spannungsreiches Bild erzeugen zwischen den durch Pfeifen abgedeckten und den frei sichtbaren Flächen der Schleierbretter. Die gesamte Orgel ist sodann in drei hintereinander liegende Teile gegliedert. Das Rückpositiv steht am gleichen Standort wie heute in der Brüstung des Lettners und ist auf dem gleichen Gestaltungsprinzip wie die Hauptorgel aufgebaut. Hinter dem Rückpositiv steht der sichtbare Hauptteil der Orgel, in welchen auch der Spieltisch integriert ist. Der dritte, hinterste Teil der Orgel folgt weitgehend dem davor liegenden Bauteil. Die geplante Orgel soll als Möbel erscheinen. Sie steht auf der durch den 1856 versetzten Lettner gebildeten Orgelempore. Sie läßt die hinterste, westliche Gebäudekammer im Gegensatz zur heutigen Konstruktion wieder deutlich in Erscheinung treten, indem sie die Höhen des Triforiums sowie der Säulenkapitelle übernimmt. Die Dreiteilung der Orgel nimmt die Rhythmisierung des Triforiums auf. Der abgesenkte Mittelteil läßt das Westfenster hinter der Orgel sichtbar werden. Die Höhenentwicklung des Orgelbaus nimmt Rücksicht auf die bestehenden Gewölbestrukturen und paßt sich diesen an. Die formale Ausgestaltung des vorliegenden Projekts wurde mit bescheidenen Mitteln auf das absolut Notwendige reduziert, wodurch vermieden wird, daß die Orgel die bestehende Architektur konkurrenziert. Weil die neue Orgel als 'Möbel im Raum' projektiert ist, wird sie den Innenraum des Münsters wieder in seiner ganzen Größe und in seinem ganzen Raumgefühl in Erscheinung treten lassen. Optisch treten als brillierende Elemente allein die Pfeifen hervor, welche als einzige schmückende Teile auf die Funktion des Möbels hinweisen. Gesamthaft betrachtet ist das vorliegende Bauprojekt ein Instrument, welches in sich ein ganzes bildet und eine eigene, der heutigen Zeit entsprechende architektonische Sprache spricht. Gleichzeitig wurde Wert darauf gelegt, daß das Instrument sich in den bestehenden historischen Raum integriert und mit diesem eine Einheit bildet ..." Am 17. Januar 2000 faßte der Kirchenrat der Evang.-ref. Kirche Basel-Stadt den Beschluß, den Neubau der Orgel im Basler Münster auf der Grundlage des vorgelegten Projekts an Mathis Orgelbau zu vergeben. Information der Öffentlichkeit mit Präsentation des Um alle Möglichkeiten einer optimalen Prospektfindung ausschöpfen zu können, wurden im August 2000 Peter Burckhardt (Architekt, Münsterbaumeister), Dr. Franz Christ (Pfarrer am Münster), Dr. Rolf Fehlbaum (Geschäftsführer der Vitra AG), Pierre de Meuron (Architekt), Alexander Schlatter (Architekt, kantonaler Denkmalpfleger Basel-Stadt), Dr. Theodora Vischer (Konservatorin des Museums für Gegenwartskunst Basel), Hermann Mathis (Orgelbauer, Berater ohne Stimmrecht) sowie Felix Pachlatko (Organist am Basler Münster, Berater ohne Stimmrecht) in eine Expertenkommission berufen, die zur Verfeinerung des vorliegenden Gehäusemodells einen Architekturwettbewerb abhalten sollte. Zur Teilnahme wurden die Schweizer Architekten Osolin & Plüss (Basel), Peter Märkli (Zürich) und Christian Kerez (Zürich) sowie der belgische Gestaltungskünstler Maarten van Severen eingeladen. Ziel des Studienwettbewerbs war es, ein baureifes, alle wesentlichen gestalterischen Entscheidungen beinhaltendes Projekt für den Neubau der Orgel im Münster zu erarbeiten: «Die gestalterische Arbeit hat auf der Grundlage der vorliegenden Offerte der Orgelbaufirma Mathis zu erfolgen. Die in dieser Offerte enthaltenen konzeptionellen Parameter müssen respektiert werden. Es gehören dazu namentlich die weitgehende Sichtbarkeit des Westfensters, die Abrückung des Orgelgehäuses von den Seitenwänden des Kirchenschiffs und die kompakte Bauweise des gesamten Instruments. Sodann muß die äußere Gestaltung des Gehäuses sich in Anordnung und Materialwahl den klanglichen Anforderungen des Instrumentenbaus unterordnen. Die gesamte westliche Partie des Kirchenschiffs soll in die gestalterischen Überlegungen miteinbezogen werden, so daß eine umfassend überzeugende Einordnung des neuen Instruments in den Kirchenraum unter gesamthaft ausgewogenen Lichtverhältnissen gelingt. Architektonische Eingriffe in das bestehende Mauerwerk (inklusive Säulen und Pfeiler) und in die Tragkonstruktion sind ausgeschlossen; maßvolle gestalterische Veränderungen an den Glas-, Holz- und Türelementen im erdgeschossigen Eingangsbereich des Münsters sind nicht a priori undenkbar.» Die bereits in der Presse der Öffentlichkeit vorgestellte Prospektsilhouette und das Volumen des von Hanhart und Mathis geschaffenen Gehäuseentwurfs sollten als Fundament für die Ideen des Wettbewerbs dienen, dessen Ergebnisse mit großer Spannung erwartet und durch die Expertenkommission bewertet wurden: Zum Preisträger wurde Peter Märkli gekürt, dessen Entwurf von allen am besten gefiel. Märkli macht mit seinem Modell nicht nur das Fenster der Westempore sichtbar, er rückt das Instrument auch von den Seitenwänden sowie ohne herkömmliches Rückpositiv näher zur Emporenbrüstung hin, um den Gehäusekörpern Leichtigkeit und dem aus den wenig tiefen Gehäusen ausgezeichnet abstrahlenden Orgelklang mehr Präsenz zu verleihen: «Das Projekt von Peter Märkli wird gesamthaft als sehr ausdrucksstarker und durchdachter Vorschlag aufgefaßt. Der Autor geht sehr souverän mit dem Raum um. Die Idee der Raumgliederung durch Vorhängung eines Stabgitters wird von einer Mehrheit der Expertenkommission als sehr raffiniert angesehen. Die Anordnung der Prospektpfeifen entwickelt in der Front der Gehäuse Elemente ein starkes Eigenleben. Der Entwurf ist im positiven Sinn zeitlos. Das Projekt ist technisch realisierbar. Die Sichtbarkeit des Westfensters genügt den Anforderungen; wenn das Gebläse in den Turmbereich ausgelagert werden würde, könnte das Fenster durch Absenkung des Gehäuse-Mittelteils noch mehr sichtbar gemacht werden. Die Lichtführung entlang den Seitenwänden muß eventuell noch verbessert werden. Der Einbezug der Orgel in den Gesamtraum ist mit der Akzentuierung der Raumgliederung gut gelungen. Der Autor nimmt mit den Sandstein-Stäben und dem dunklen, an das Gestühl angelehnten Holz Strukturen und Materialien auf, die im Raum bereits vorkommen. Die beiden Hauptteile des Orgelgehäuses stehen gut und stabil auf den unmittelbar darunterstehenden Lettner-Stützpfeilern. Die leichte Asymmetrie des Stabgitters und der Gehäuse-Elemente widerspiegeln andere, im Raum vorkommende Asymmetrien.» Peter Märkli über die Arbeit seines Architekturbüros: «Wir wollten die Orgel spalten und das Fenster als gültige Figur in seiner Gesamthöhe zeigen. Wir suchten durchaus die heftige Volumetrie einer großen Orgel, etwas Statisch-Mächtiges, das aber als Einzelteil Bezug hat zum Raum.» Trotz der stattlichen Größe der hölzernen Orgelkästen soll das Instrument mit seinen hellen Prospektpfeifen auf dunklem Untergrund dekorativ wirken, wobei die Lichtverhältnisse Bestandteil des Gesamtkonzepts sind. Peter Märkli, der in allen orgelbaulichen und akustischen Fragen eng mit Mathis Orgelbau zusammengearbeitet hat, will nachts nicht den Raum, sondern die Orgelkörper beleuchten, während die Prospektpfeifen tagsüber durch das Tageslicht plastisch erhellt werden. Erwähnung verdienen die bereits genannten Stäbe aus rotem Stein, die Märkli vor der Orgelempore an der Decke befestigen möchte. Sie sollen als optischer Raumteiler dienen und wohl auch einen Teil der ursprünglichen architektonischen Konzeption des Münsters wieder herstellen, bei der die heutige Orgelempore, der frühere Lettner, viel weiter vorne im Schiff plaziert war. Auf der Grundlage des prämierten Entwurfs haben nun die Orgelbau- und Münsterkommission weiter beraten und einen endgültigen Prospektentwurf für die neue Basler Münsterorgel definiert. Artikel als pdf-Dokument herunterladen (80 KB) Als 1938 Fritz Morel zum Münsterorganisten berufen wurde, forderte er wegen zunehmend auftretender technischer Probleme des bestehenden Instruments eine neue Orgel, die nun auch der durch die Orgelbewegung erneuerten Klangästhetik seiner Zeit Rechnung tragen sollte. Seine Anstrengungen führten erst sechzehn Jahre später zum Erfolg: 1955 baute die Firma Kuhn eine neue Orgel mit vier Manualen, Pedal und 74 Registern, die aufgrund der akustischen Erfahrungen mit der Vorgängerorgel sowie deren Problem der Hitzeentwicklung durch Sonneneinstrahlung zentral auf dem Lettner aufgestellt wurde und somit das Westfenster vollständig verschloss. Felix Pachlatko, in der Nachfolge seines Lehrers Eduard Müller seit 1982 amtierender Münsterorganist, sowie Experte Rudolf Scheidegger über die Konzeption der Kuhn-Orgel: «Aus heutiger Sicht wurden die bestehenden Probleme zwar richtig erkannt, aber ein falscher Lösungsweg beschritten. Es seien hier deshalb die architektonischen, klanglichen und technischen Mängel aufgeführt, welche zum Entscheid führten, 2003, nach knapp fünfzig Jahren, erneut einen Neubau zu wagen:
Während der Vorbereitungsarbeiten zu einer grösseren Orgelrevision Anfang der Neunzigerjahre zeigten sich im Münster gravierende Gewölbeschäden, für deren Sanierung es notwendig war, fast das gesamte bestehende Instrument zu demontieren sowie nach Abschluss der Arbeiten wieder aufzubauen. Die Rechtfertigung eines derart gravierenden Eingriffs wurde von den um eine Expertise gebetenen Fachexperten Lhôte, Flentrop, Doerr und Scheidegger jeweils negativ beurteilt. Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt fasste deshalb im Dezember 1995 den Beschluss, im Sinne einer Gesamtlösung einen Orgelneubau anzustreben. Vorgaben der Denkmalpflege sowie der Münsterbaukommission waren die (zumindest teilweise) Wiedersichtbarmachung des Westfensters, eine moderne Gehäusegestaltung ohne direkte Bezüge zu einem Stil vergangener Epochen sowie, wenn möglich, der Verzicht auf ein Rückpositiv, um die filigrane Brüstung des historischen Lettners wieder durchgehend sichtbar werden zu lassen. «Damit war auch für die klangliche Disponierung klar, dass weder eine Stilkopie noch eine Anlehnung an ein klassisches Vorbild angestrebt werden sollte. Da jedoch einerseits der Orgelbau, vielleicht noch mehr als andere Kunsthandwerke, grundsätzlich in einer starken und auch gepflegten Tradition steht und anderseits ebenso unser Musikleben stark geprägt ist von der Auseinandersetzung mit der Musik vergangener Zeiten, sollten sich auch in einem modernen Instrument durchaus Elemente der verschiedenen bedeutenden Epochen des Orgelbaus wiederfinden. Manche mögen ein solches Vorgehen etwas verächtlich als Eklektizismus bezeichnen. In der Tat wäre dieser Vorwurf dann gerechtfertigt, wenn das Ziel eine Kombination von verschiedenen Stilen gewesen wäre. Eine solche Möglichkeit stand jedoch nie zur Diskussion. Gefragt war vielmehr der schöpferische Umgang auch mit der Vergangenheit und ihre Transformierung in unsere Zeit, um so etwas eigenständig Neues zu schaffen.» (Felix Pachlatko) Im Mai 1996 wurden sechzehn in- und ausländische Orgelbaufirmen auf das Neubauprojekt einer viermanualigen sowie etwa siebzigstimmigen Orgel aufmerksam gemacht und zur Offertstellung eingeladen. Ende 1998 erhielt schließlich Mathis Orgelbau den Auftrag, zusammen mit dem Bauverwalter der Evangelisch-reformierten Kirche, Peter Hanhart, den Nachweis zu erbringen, dass auf der Westempore des Basler Münsters das Volumen für eine Orgel mit 78 Registern gegeben sei, ohne das zentrale Fenster oder die Seitenwände der Empore zu verdecken. Das in intensiver Zusammenarbeit gestaltete Vorprojekt Hanhart/Mathis konnte die Orgelkommission überzeugen: «Die orgeltechnische Konzeption entsprach den Vorgaben; in gestalterischer Hinsicht war dargelegt, dass das gesamte Instrument in überzeugender Weise angeordnet und in den Raum eingefügt werden kann. Damit war der Weg frei, von der Planung zur Realisierung des Projekts überzugehen.» (Andreas C. Albrecht) Am 17. Januar 2000 fasste der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt den Beschluss, den Auftrag zum Bau einer neuen Orgel an Mathis zu vergeben. Zum wichtigsten Thema der Beratungen wurde nun die definitive optische Gestalt des neuen Instruments, dessen Prospektentwurf nach dem Wunsch einiger Spender noch weiter entwickelt werden sollte. Im September 2000 wurde deshalb ein Gestaltungswettbewerb durchgeführt, zu dem vier namhafte Architekten bzw. Designer eingeladen wurden: der Belgier Marten van Severen, der Zürcher Architekt Christian Kerez, der Zürcher Architekt Peter Märkli sowie das Basler Architekturbüro Osolin & Plüss. Unter Orientierung am Entwurf Hanhart/Mathis sowie unter Berücksichtigung der Vorgaben des Orgelbauers arbeiteten die vier Wettbewerbsteilnehmer je einen Gestaltungsvorschlag aus. Die Modelle der von den Wettbewerbsteilnehmern eingereichten Entwürfe, v.l.n.r.: die Arbeit des belgischen Designers Maarten van Severen, der Entwurf des Basler Architekturbüros Osolin & Plüss, der Vorschlag des Zürcher Architekten Peter Märkli sowie das von Architekt Christian Kerez entworfene Projekt. Eine prominent besetzte Jury unter Vorsitz des bekannten Basler Architekten Prof. Dr. h.c. Pierre de Meuron prämierte den Entwurf von Peter Märkli aus Zürich mit dem ersten Preis. Mit ihm konnte nun die endgültige innere und äußere Form der neuen Orgel erarbeitet und jene Einheit gefunden werden, die Voraussetzung für den künstlerischen Wert eines Instruments ist: Sein ausdrucksstarker und durchdachter Vorschlag macht nicht nur das Fenster der Westempore sichtbar, er rückt das Instrument auch von den Seitenwänden weg sowie ohne herkömmliches Rückpositiv näher zur Emporenbrüstung hin, um den Gehäusekörpern Leichtigkeit und dem aus wenig tiefen Gehäusen ausgezeichnet abstrahlenden Orgelklang mehr Präsenz zu verleihen. Peter Märkli, freier Architekt sowie Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, über die Gestalt der neuen Orgel: «Die neue Orgel hat etwa die Masse eines dreigeschossigen Wohnhauses. Bei ihrem Neubau war darauf zu achten, dass trotz dieses großen Volumens weder der Lichteinfall durch das Westfenster noch der Blick vom Hauptschiff auf die Westwand behindert werden. Ebenso ging es darum, das Raumerlebnis des Hauptschiffs bis zur Westwand zu erstrecken. Um das Westfenster zur Geltung zu bringen, teilten wir die Orgelvolumetrie in der Mitte. Die verschiedenen Werke sind als Türme seitlich angeordnet und in zwei Reihen in die Tiefe gestaffelt. Diese Türme sind durch Abstände voneinander getrennt und von den Seitenwänden des Kirchenschiffs abgerückt. Gleichzeitig sind sie aber auch verbunden durch eine über der ganzen Grundfläche der Orgel tief gehaltene Volumetrie. Somit ist das Westfenster in seiner ganzen Höhe sichtbar. Aus dieser Konzeption ergibt sich das Erscheinungsbild des Orgelprospekts. Die zwei vordersten seitlichen Türme sind in der Front offen. Darin stehen die Pfeifen in einer plastisch wirksamen Dreiecksform. Unterhalb dieses Prospekts sind, ebenfalls sichtbar, die Pfeifen des Unterwerks angeordnet. Zwischen den Prospekttürmen liegt leicht erhöht und eingerückt der Spieltisch. Die massiven Holzpfeifen der Haas-Orgel - die größte misst knapp zehn Meter - stehen rückseitig in köcherartigen Behältnissen und bestimmen die Rückansicht des Instruments. Die Volumetrie der seitlichen Türme folgt den Abmessungen der Pfeifen. Sie weisen somit verschiedene Höhen auf. Diese kleinen Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Teilen des Orgelkörpers sind ein bewusst eingesetztes gestalterisches Mittel. Die leichten Abweichungen von der Symmetrie sind nicht sofort wahrnehmbar, vermögen aber den harmonischen Gesamteindruck zu beleben. Heute fehlen uns überzeugende und authentische Verzierungsformen, auch entfällt das übliche Schleierbrett am Prospekt dieser neuen Orgel. Doch da das Gehäuse aus akustischen Gründen an manchen Stellen durchbrochen sein muss, wurden lange schmale Schlitze ins massive Eichenholz gefräst, die zusammen mit den sonst geschlossenen Oberflächen des Gehäuses und der plastischen Anordnung der Pfeifen eine zeitgemäße Art von Schmuckwirkung ergeben. Dem Instrument vorgelagert ist ein feines Stabwerk aus Holz. Es wird gebildet aus einem horizontalen Stab über der Lettnerbrüstung und vier vertikalen Stäben, welche bis zum Gewölbe führen und mit Reliefs von Bildhauer Josephsohn versehen sind. Sie sind in der Farbe des rötlichen Steins des Lettnermasswerks gestrichen. Die feine Stabkonstruktion steht in reizvoller Spannung zum starken Orgelkörper. Zusammen mit dem Lettner bildet sie eine Art innere Fassade, welche der Orgel eine räumliche Situation gibt, ohne diesen Raumbereich vom Hauptschiff zu trennen.» 2001 erfolgten die Detailplanungen von Architekt und Orgelbauer sowie ab Januar 2002 die Demontage der alten Orgel, die dank großzügiger Spenden nach Moskau transferiert werden konnte. Sie wird nun in einer Kathedrale ihren Dienst versehen, die früher vom staatlichen Parteiapparat der UdSSR als Verwaltungsgebäude genutzt wurde und seit 1989 wieder der Kirche als Gotteshaus zur Verfügung steht. Nach der drei Monate währenden Renovierung von Lettner, Emporenwänden und Gewölbe begann im August 2002 die Montage der neuen Orgel, deren Intonation Januar bis Ende Mai 2003 Firmenchef Hermann Mathis vornahm: «Die spezielle Akustik des Basler Münsters war eine Herausforderung bei der Klangplanung. Als Baugedanke des Münsters ist heute noch die romanische Grundform erkennbar. Eine Besonderheit vieler romanischer Kirchen ist die relativ kurze Nachhallzeit und, bedingt durch die damaligen Konstruktionsmöglichkeiten, mehrere kleine Seitenschiffe, die kaum Reflexionsflächen bieten und dadurch Schallenergie absorbieren. Nebst diesen Merkmalen werden im Münster die hohen Frequenzen überdeutlich wahrgenommen, dies ein Charakteristikum des gotischen Überbaus mit seinen großen Fensterflächen und der harten Gewölbekonstruktion. Eine weitere Herausforderung bestand in der Suche nach dem Klangbild eines heutigen Instruments. Zu allen Zeiten haben Orgelbauer verschiedene Stilrichtungen in ihre Arbeiten einfließen lassen. Als leuchtendes Beispiel sei die benachbarte Region genannt. Im Elsass entstanden in dieser Denkweise die berühmten Werke der Silbermänner, die sich zur Darstellung von sowohl mitteldeutscher wie auch französischer Orgelmusik aus der Zeit eignen. Unsere Klangvorstellung hat sich dieser Denkrichtung angeschlossen. Da jede Orgel Unikat ist, muss sich der Organist mit jedem Instrument speziell auseinander setzen und alle Orgelmusik interpretatorisch neu gestalten, neu entstehen lassen. Es sind daher in der neuen Münsterorgel nicht Kopien historischer Register oder Registergruppen angelegt. Vielmehr steht dem Musiker eine vielfältige Palette von Klängen zur Verfügung, die ihm ermöglichen ein breites Spektrum von Orgelmusik zu interpretieren. Das im Architekturwettbewerb erstrangierte Projekt des Architekten Peter Märkli bietet instrumentenbautechnisch optimale Voraussetzungen. Alle Trakturen, alle Verbindungen vom Interpreten zu den angesteuerten Tonventilen und Registerschleifen sind kurz gehalten, woraus eine leichtgängige, sensible Spielart resultiert. Der Orgelspieler, zwischen die beiden Haupttürme eingerückt, sitzt quasi im Orgelwerk und hat an den Tasten mittels der aufgehängten Trakturen direkten Kontakt mit den Tonventilen. Die einzelnen Teilwerke sind gesondert aufgestellt und haben, jedes für sich beste klangliche Abstrahlmöglichkeiten. Das Gehäuse in massiver Eiche (insgesamt sind 46,3 m3 Rohholz nur für dieses Gehäuse verarbeitet) bietet durch die geringe Tiefe der einzelnen Teilgehäuse ideale Reflexionsflächen, sodass die Klänge aller Teilwerke im ganzen Münster präsent sind.» Münsterorganist Felix Pachlatko: «Trotz sorgfältiger Planung und Abwägung aller Parameter für die klangliche Verbesserung bleibt immer ein gewisses Maß an Unberechenbarkeit. Gewisse Risiken sind einfach nicht abschätzbar. Umso beglückender war es für alle Beteiligten, als sich schon in der Anfangsphase der Intonation zeigte, dass die Überlegungen zur Verbesserung der klanglichen Situation richtig waren. Die neue Orgel klingt im Raum wesentlich präsenter, klarer und auch erheblich kräftiger. Überrascht hat, wie präsent neben dem Hauptwerk auch die Nebenwerke Positiv und Schwellwerk sind und wie diskreter als vermutet das Unterwerk ist. Über diese Tatsache sind wir im Nachhinein nicht unglücklich, indem sich die höhere Verschmelzungsfähigkeit mit dem Hauptwerk als sehr wertvoll erweist.» Die Weihe der neuen Basler Münsterorgel fand zu Pfingsten 2003 statt. Ambitionierte Orgelarchitektur in Basel Die neue Orgel des Basler Münsters
Ambitionierte Orgelarchitektur in Basel Die neue Orgel des Basler Münsters
März 2002 (Baubeginn)
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